Kräutertee ist ein vielseitiges, koffeinfreies Getränk aus einheimischen oder kultivierten Kräutern, das Entspannung und Wohlbefinden fördert.
Kräutertee – Natürliche Wohlfühlpower aus eigener Küche
Kräutertees bestehen aus getrockneten Blüten, Blättern, Früchten oder Wurzeln wie Kamille, Pfefferminze oder Fenchel und unterscheiden sich von Arzneitees durch mildere Dosierungen ohne Heilversprechen. Sie sind kalorienarm, hydratisierend und ideal als Alternative zu koffeinhaltigen Tees oder zuckerhaltigen Getränken.
Kräutertee ist ein Genussmittel ohne geprüfte Heilwirkung, Arzneitee ein zugelassenes Arzneimittel mit genau definiertem Wirkstoffgehalt, Dosierung und medizinischer Zweckbestimmung. Arzneitees dürfen in Deutschland grundsätzlich nur in Apotheken verkauft werden.
Nur freiverkäufliche Arzneitees sind auch im übrigen Einzelhandel erlaubt, dann aber nur mit Sachkundenachweis nach §50 AMG.
Beliebte Kräutertees und ihre Wirkungen
Kamille – Die Klassikerin für Magen und Schlaf
Kamillentee kann entzündungshemmend und krampflösend bei Magen-Darm-Beschwerden oder leichten Erkältungen wirken. Er kann gereizte Schleimhäute beruhigen und kann sanfte Entspannung abends fördern.
Pfefferminze – Frisch und verdauungsfördernd
Pfefferminztee kann die Gallenproduktion anregen, kann Blähungen lindern und erfrischt bei Kopfschmerzen oder Übelkeit. Sein mentholhaltiges Öl sorgt für kühlende Frische im Mund und Rachen.
Fenchel – Bei Husten und Blähungen bewährt
Fencheltee kann Schleim lösen, wirkt krampflösend und ist ein Familienklassiker gegen Kinderkoliken oder Winterhusten. Er schmeckt süßlich-aniartig und lässt sich mit Anis kombinieren.
Zubereitungstipps für optimalen Geschmack
Die richtige Technik
Mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen, 5–10 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb gießen, um Keime abzutöten. Lose Kräuter ergeben intensiveren Geschmack als Beuteltee; pro Tasse 1–2 TL verwenden.
Variationen für mehr Genuss
Kombiniere Kamille mit Honig für Süße oder Pfefferminze mit Zitrone für Extra-Frische; als Eistee kalt stellen. Frische Kräuter aus dem Garten intensivieren Aroma und Frische.
Worauf beim Kauf achten?
Qualitätskräuter riechen intensiv, sind staubfrei und stammen idealerweise aus kontrolliertem Anbau ohne PA-belastete Wildkräuter. Schwangere und Kinder sollten Kamille oder Fenchel sparsam trinken und variieren. Bio-Siegel signalisieren Reinheit und Nachhaltigkeit.
Ursprung in Europa: Mittelalter und Klostergarten
Kräutertee hat keine einzige Erfindungsgeschichte wie Camellia sinensis-Tee, sondern entstand weltweit parallel als einfache Infusion aus einheimischen Pflanzen – schon lange vor der Tee-Importwelle aus Asien.

In Mitteleuropa wurden Kräuter wie Kamille, Pfefferminze oder Salbei bereits in der Antike von Griechen und Römern als Heilaufgüsse genutzt. Mönche in mittelalterlichen Klöstern perfektionierten das Wissen: Sie kultivierten Kräuter in Klostergärten, trockneten sie und brauten daraus „Wasser der Gesundheit“ gegen alles von Verdauung bis Pest. Bis ins 16. Jahrhundert hießen solche Aufgüsse einfach „Brühtee“, „Sud“ oder „Tisane“ (von lat. ptisana = Gersteabkochung).
Weltweit unabhängig: Einheimische Traditionen
- Ägypten (3000 v. Chr.):
Hibiskus (Karkade) und Minze als Durst- und Heiltrank - Amerika (Inka/Maya):
Yerba Mate oder Guayusa aus lokalen Blättern, ähnlich Kräutertee - Afrika:
Rooibos und Honigbusch als natürliche Infusionen ohne Koffein - China:
Vor „echtem“ Tee Kräuter wie Chrysanthemenblüten gegen Hitze
Mittlerweile gibt es eine sehr große Auswahl an Kräuterteesorten
Durchbruch in Deutschland: 19. Jahrhundert
Mit Industrialisierung und Tee-Importen (ab 17. Jh.) wurden Kräutertees als koffeinfreie Alternative massentauglich. Heute sind Kräuterteesorten wie Melisse-Lavendel oder Brennnessel-Mischungen direkte Erben dieser Kloster- und Bauerngärten-Kultur.
„Kräutertee ist älter als Tee selbst – aus rheinischen Klostergärten direkt in deine Tasse.“
Hinterlassen Sie einen Kommentar